Jetzt fix: ORF-”Hochrechnung” waren ausgezählte Stimmen aus 9 Pensionistenwohnheimen

Mit etwas Recherche und dank der Mithilfe eines aufmerksamen Twitterati ist der Beweis nun erbracht:

Der ORF-Tirol hat eine “Hochrechnung” veröffentlicht, die keine Hochrechnung war.

Nein, man hat einfach die zu diesem Zeitpunkt ausgezählten Stimmen genommen und diese stammten ausschließlich aus Pensionistenheimen.

Namentlich: Wohnheim Lohbach, Heim St. Josef am Inn, Wohnheim Hötting, Heim St. Raphael, Wohnheim Saggen, Seniorenresidenz Neuhauserstraße, Seniorenwohnanlage Wilten, Wohnheim Reichenau, Sanatorium Kettenbrücke. (Sprengel 345, 903, 904, 905)

Hier das Dokument von der Homepage des Innsbrucker Wahlamtes

Warum der ORF diese Zahlen einfach so nimmt und daraus eine Hochrechnung gemacht hat, wird wohl ewig ein Rätsel bleiben.

Der Stadt Innsbruck ist kein Vorwurf zu machen, sie hat definitiv “STIMMENANTEILE” angeführt.

 

 

 

 

 

 

Der zugehörige Link zur gestrigen Sendung in der TV-Thek ist mittlerweile nicht mehr erreichbar.

ORF-”Hochrechnungen” – Grüne von 9,0% auf 16.6% in 7 Minuten

Bei den Gemeinderatswahlen in Innsbruck wurden die ZuseherInnen des Tiroler ORF-Programms Zeugen einer unglaublichen Sternstunde des österreichischen Journalismus. Der ORF hat ernsthaft kurz nach 19.00 Uhr eine “Hochrechnung” bei einem Auszählungsgrad von 2,63% veröffentlicht. Abgesehen davon, dass es vermutlich keine Hochrechnung war, sondern einfach die Ergebnisse der Pensionistenheime, die traditionell unter den am schnellsten ausgezählsten Sprengeln sind, ist die Verwendung von Daten auf so labiler Basis einfach ein No-Go.

Keine 10 Minuten danach wurde dann eine weitere “Hochrechnung” bei einem Auszählungsgrad von 15,7% publiziert. Die Grünen sind wohl aus dem Staunen kaum rausgekommen: Lag man ein paar Minuten vorher noch bei 9% der Wählerstimmen, so waren es nun 16,6%.

Die Abweichungen vom Endergebnis stehen neben der Grafik:

“Hochrechnung” ca. 19.10

  • FI +2,8 zuviel
  • SPÖ +6,3 zuviel
  • Grüne -10,1 zuwenig !!!
  • VP +6 zuviel
  • RUDI -2,7 zuwenig
  • FPÖ -0,8 zuwenig
  • TSB +1,3 zuviel
  • KPÖ -0,6 zuwenig
  • PIRATEN -2,1 zuwenig

 

“Hochrechnung”              ca. 7 Minuten später

Auszählungsgrad 15,7%

 

 

 

 

Und hier das Endergebnis:

 

Auftakt-Pressekonferenz “Steuergerechtigkeit jetzt!”

 

Stellvertretend für alle UnterstützerInnen haben Michael Gitzi, Michel Reimon, Hans Arsenovic und ich am 12.4 den offiziellen Start des Volksbegehrens im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien bekannt gegeben.

 

Im Volksbegehren wird die Entlastung von Arbeits- und Erwerbseinkommen bei gleichzeitiger Anhebung vermögensbezogener Steuern von 0,6 Prozent auf den EU-weiten Durchschnitt von zwei Prozent gefordert. Dadurch könnten die Menschen entlastet, Armut bekämpft und die Kaufkraft gestärkt werden, sagte Michael Gitzi. Derzeit sei der soziale Frieden in Österreich gefährdet, weil das Land eine Steueroase für Superreiche sei, während arbeitende Menschen absurd hohe Lasten tragen müssten. Dass eine Veränderung die Leistungsträger träfe, sei von der ÖVP verbreiteter “Schwachsinn”, so die Initiatoren.

Reimon und Co. gehen davon aus, ÖGB und Arbeiterkammer für das Volksbegehren gewinnen zu können. Immer von Gerechtigkeit zu reden und das Volksbegehren nicht zu unterstützen, wäre für diese ein “irrsinniger Schaden”. “Man kann nicht 20 Jahre Steuergerechtigkeit fordern und dann in Deckung gehen, wenn es ernst wird. Jetzt sind alle gefragt gemeinsam für die Sache zu kämpfen!”

Bis 15. Juni kann auf Österreichs Gemeindeämtern für das Volksbegehren unterschrieben werden.

Rudi schreibt und spricht