darabos

Die Wahrheit: Berufsheer kostet doppelt so viel, Katastropheneinsatz nicht gewährleistet

Anmerkung: Diese Aussagen stammen allesamt aus einem Zib2-Interview, das Armin Wolf mit Norbert Darabos am 14.Juli 2010 geführt hat. ( Kursiv gestellte Passagen dienen der besseren Lesbarkeit) Zu finden auf der Facebook-Page von Armin Wolf.

So also sprach Darabos:

Ich kann Ihnen drei Gründe nennen die Wehrpflicht beizubehalten, in aller Kürze: Erstens Österreich ist neutral, hat mit diesem System, mit diesem Mischsystem Grundwehrdiener, Berufssoldaten, Milizsystem beste Erfahrungen gemacht.

Schweden ist zwar auch neutral, aber hat eine konservative Regierung, hat einen anderen Zugang zu diesem Thema. Finnland ist auch neutral, hat das gleiche System wie Österreich. Zweitens: Es ist doppelt so teuer, wenn wir die Leistungen im Katastrophenschutz und für das sind wir auch da. Die Österreicherinnen und Österreicher erwarten sich mit über 80 Prozent, dass das Bundesheer auch im Katastrophenschutz da sein soll, da brauchen wir die Grundwehrdiener, sonst wird es doppelt so teuer. Und drittens, das ist zwar nicht mein Ressort, das sage ich Ihnen auch ganz offen,die Sozialdienste – die Caritas, das Rote Kreuz – würden sich sehr wundern, wenn das Bundesheer sozusagen in eine Berufsheer umgewandelt wird, würde auch der Zivildienst fallen, was ungefähr 200 Millionen Euro pro Jahr mehr Kosten für die sozialen Einrichtungen bedeuten würde. Alleine diese drei Gründe sprechen dafür, dass wir bei der jetzigen Wehrpflicht bleiben sollten.Wir leisten uns ein Heer für Katastropheneinsätze, wir leisten uns ein Heer für Auslandseinsätze und wir leisten uns das Heer in abgespeckter Form. Es hat ja eine Bundesheerreform 2010 gegeben für den theoretischen Fall der Landesverteidigung, der Gottseidank, nachdem wir Mitglieder der Europäischen Union sind und von lauter befreundeten Staaten umgeben sind, dieser theoretische Fall wird ja hoffentlich nicht eintreten.
Wir sind im Katastropheneinsatz ganz stark, die Republik und vor allem die Menschen der Republik sind dann auch für das Bundesheer, wenn es um diese Katastropheneinsätze geht. Wir können über 10.000 Mann jederzeit bereitstellen. Das Bundesheer ist eben eine Einsatzorganisation. Wir sind ja froh, wenn wir nicht im Katastropheneinsatz zum Einsatz kommen müssen. Das heißt, es gibt keine Katastrophen, aber wenn es Katastrophen in Österreich gibt, können wir 10 000 Mann bringen und mit einem Berufsheer wäre das in dieser Form nicht möglich, außer man verdoppelt die Kosten und da würde ich mir auch die Diskussion in Österreich anschauen, wenn wir statt 2,1 Milliarden Euro vier Milliarden Euro für das österreichische Bundesheer ausgeben müssen.

3 Gedanken zu „Die Wahrheit: Berufsheer kostet doppelt so viel, Katastropheneinsatz nicht gewährleistet“

  1. Sicher hat Darabos das gesagt – warum wohl beharrt er darauf, dass auch nach einem Schwenk der SPÖ (den man sich nochmal genau ansehen muss bezüglich rolle der kronen zeitung etc, wie ich es getan habe siehe http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2461) das heer hinsichtlich aufgaben, leistungsspektrum und mobilmachungsstärke dasselbe bietet wie wenn die wehrpflicht bleibt? die nachwuchsrekrutierung für die miliz würde sich dann anders gestalten, das ist der wesentliche unterschied bei dem, was in den medien als völlig entgegengesetzte modelle der koalitionsparteien verkauft wird.
    einigen geht es aber um das, was pilz bereits relativ klar ausdrückt – die umwandlung des heeres in eine interventionsarmee und den beitritt zur nato (siehe http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2496)

  2. In die Kostenkalkulation ist noch nicht eingeflossen, wie viel dem Staat durch entgangene Arbeitsleistung entgeht.

    Was spräche gegen generellen Zivi für jede/n in verkürzter Form, der gleichzeitig in Notfällen Katastrophenhilfe leistet?
    Somit wäre gesichert:
    - nicht so hohe entgangene Arbeitsleistung
    - sinnvolle Aufgaben werden weiterhin abgedeckt

  3. Den Katastrophenschutz als Argument für ein Heer vorzubringen ist genauso paradox, wie den Ersatzdienst als das Sinnvolle zu betrachten (wo wir Zivis doch lange als Weicheier, Verweigerer und fast als Landesverräter beschimpft wurden)

    Wenn man in Katastrophenfall kurzfristig 20€ die Stunde anbietet, finden sich sicher schnell viele, die die Schaufel schwingen. Wenn man das sogar mit AMS so regelt, dass die 20€ die Stunde für diese Notfälle zusätzlich zum Arbeitslosengeld ausgezahlt wird, ohne andere Grenzen zu berühren, dann stehen schnell Tausende von Schauflern bereit, wenn auch ohne Handgranaten.

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